AZV Ertüchtigung der Kläranlage Königsbrück geht voran

Die ersten drei Monate Bauzeit zur Ertüchtigung der Kläranlage Königsbrück liegen hinter uns, Dank der ausführenden Firmen ist ein guter Baufortschritt zu erkennen.
Das neu zu errichtende Schlammentwässerungsgebäude mit dem dazugehörigen Containerstellplatz konnte im Rohbau fertiggestellt werden.

AZV Schlammentwässerungsgebäude mit Containerstellplatz im RohbauIn diesem Gebäude wird künftig der Klärschlamm (Überschussschlamm) entwässert, so dass dann eine Mitverbrennung im Kraftwerk möglich ist (siehe Stadtanzeiger Mai 2021). Unter dem überdachten Containerstellplatz finden die Absetzcontainer ihren wettergeschützten Platz, die durch die Schlammpresse mit dem entwässerten Klärschlamm gefüllt und anschließend per LKW abtransportiert werden.

Parallel dazu bereitete die beauftragte Tiefbaufirma die Baugrube für das zusätzliche zweite Belebungsbecken vor. Für dieses Becken von fast 25 Meter im Durchmesser und einer Tiefe von 6 Meter mit einem Volumen von 2.500 m³ wird eine zum Teil abgeböschte Baugrube von 38 Meter im Durchmesser und 7 Meter Tiefe benötigt.
Zur Sicherung des vorhandenen Belebungsbeckens und verschiedener vorhandener Leitungen baute die Tiefbaufirma vor dem Baugrubenaushub einen Spundbohlenverbau ein.

AZV Errichtung des SpundbohlenverbauesBei diesen Arbeiten gab es die ersten ungeplanten Herausforderungen, die sich bei derartigen Bauvorhaben auch nicht vermeiden lassen:
Vor dem damaligen Bau der Kläranlage im Jahr 1994 auf dem ehemals von den russischen Besatzungstruppen genutzten Gelände veranlasste die Stadt Königsbrück eine kampfmitteltechnische Beräumung. Für eine stolze Summe von ca. 120 TDM beräumten damals die Kampfmittelexperten mehrere Tonnen (scharfer) Munition und Schrott von Militärfahrzeugen. Dabei suchte man auch den Baubereich der Erweiterungsfläche ab. Trotzdem forderten die Sprengstoffexperten im Bereich der jetzt geplanten Tiefbauarbeiten für das Belebungsbecken eine kampfmitteltechnische Baubegleitung. Leider sollten diese Experten mit Ihrer Forderung Recht behalten – es wurden noch weitere Kampfmittel gefunden. Die Mehrkosten und der damit verbundene Zeitverzug halten sich glücklicherweise in Grenzen.

AZV gefundene PanzergranateDer Aushub der Baugrube ging zügig voran, die Aushubmassen müssen nicht kostenintensiv abgefahren und entsorgt werden, sondern die Erweiterungsfläche kann mit den Verdrängungsmassen aufgefüllt werden.

Nach dem Einbau einer Drainageleitung unter dem neuen Becken wurden in den letzten Wochen die Außenwände des aus Fertigteilen bestehenden Beckens aufgestellt. Die in einem Betonwerk gefertigten 23 Außenwand- Segmente konnten innerhalb eines Tages zu einem Becken zusammengefügt werden. Im Anschluss werden die mit Dichtungen versehenen Elemente verspannt, vergossen und die bewehrte Bodenplatte errichtet.

AZV Baugrube für das BelebungsbeckenFür den weiteren Bauablauf macht es sich erforderlich, dass dieses zusätzliche Belebungsbecken nach dem Einbau der abwassertechnischen Anlagen im Herbst in Betrieb genommen werden kann. Bis jetzt liegen alle geplanten Arbeiten im Zeitplan, dafür bedanke ich mit bei allen am Projekt Beteiligten.
Gern werde ich Sie, liebe interessierte Leser auf dem Laufenden halten.

Lars Mögel
AZV Königsbrück