AZV Königsbrück

Niederschlagswasserableitung auf öffentliche Flächen

 In den letzten Jahren wird die Geschäftsstelle des AZV Königsbrück verstärkt von Grundstückseigentümern um Abhilfe gebeten, wenn von öffentlichen Flächen Regenwasser in Grundstücke läuft. In extremen Fällen passiert es, dass Keller oder andere Gebäudeteile
dadurch geflutet werden.

Die immer häufiger und stärker werdenden Regenereignisse sind eine Ursache für solche Ereignisse. Es gibt jedoch eine weitere Ursache: von vielen Grundstücken läuft das Regenwasser der befestigten Flächen, z. B. von Hofflächen, Garagenzufahrten auf die
Straße. Gerade im dörflichen Bereich, wo ein Dreiseithof eine große Hoffläche einschließt und das natürliche Gefälle meistens zur Straße fällt, können mehrere hundert Quadratmeter zusammenkommen, von denen Regenwasser auf die Straßenfläche abgeleitet wird. Aber
selbst Dachrinnen von Gebäuden werden oft auf die Straße abgeleitet, obwohl der Garten des Grundstückes zur Ableitung daneben liegt.

Die Straßenentwässerung, sofern diese überhaupt vorhanden, kann die Wassermassen natürlich nicht fassen. Die Straßeneinläufe sind im Regelfall so bemessen und angeordnet, dass sie die versiegelten Straßenflächen entwässern können. Zusätzliches Regenwasser
sucht sich dann den Weg in das nächstgelegene tiefer liegende Grundstück, wenn nicht gar in die nächste Garage.

In der letzten Woche zeigte in Neukirch ein Grundstückseigentümer auf der Schwepnitzer Straße an, dass bedingt durch die abschüssige Lage große Mengen Regenwasser von der Straße in sein Grundstück laufen. Bei dem Vororttermin wurde ein Vertreter des
Straßenbaulastträgers (Landkreis Bautzen) hinzugezogen, der in diesem Bereich für die Regenwasserableitung der Straße zuständig ist. Er konnte den Sachverhalt nur bestätigen, verwies aber auf die Dachrinne des nächsten Grundstückes, die von einer großen
Dachfläche Regenwasser auf die Straße ableitet. Gegenüber liegt ein großes Bauerngehöft, das ebenfalls das gesamte Oberflächenwasser auf die Straße ableitet. Damit ist der Straßenbaulastträger zum großen Teil aus der Verantwortung. Das bedeutet, der Abwasserzweckverband muss auch hier, bei einer höherrangigen Straße, eine Lösung herbeiführen, obwohl eigentlich der Straßenbaulastträger in der Verantwortung steht.

Das Sächs. Nachbarrechtsgesetz regelt im § 25, dass Regenwasser von baulichen Anlagen nicht auf das Nachbargrundstück abgeleitet werden darf. Auch die Straße stellt rechtlich ein Nachbargrundstück dar. In der Satzung über die öffentliche Abwasserbeseitigung des AZV Königsbrück vom 15.06.2016 § 7 Abs. 4 wird zusätzlich geregelt, dass die Ableitung von Niederschlagswasser auf öffentliche Flächen nicht zulässig ist.

Uns ist bewusst, dass wir diese Problematik nicht von heute auf morgen bereinigen werden, zumal teilweise schon über Jahrzehnte das Wasser aus dem Grundstück „den Berg runter“ auf die Straße läuft. Wenn jedoch Hofflächen und Einfahrten neu befestigt oder erneuert werden, und die Regenwasserableitung auf öffentliche Flächen „geplant“ ist, kann das nicht akzeptiert werden. Bei Neubaumaßnahmen privater Baumaßnahme wird der AZV Königsbrück die Umsetzung einer geordneten Regenwasserableitung prüfen und ggf. nachfordern. Außerdem werden wir gerade bei der Ursachenforschung von Überflutungen nach Starkregenereignissen in den nächsten Jahren betroffene Grundstückseigentümer sensibilisieren, beraten und nach geeigneten Ableitungsmöglichkeiten suchen. In Fällen, bei denen tieferliegende Grundstücke überflutet werden, müssen benachbarten Grundstückseigentümer sofort geeignete Abhilfe schaffen.

Die Möglichkeiten einer Versickerung oder geordneten Ableitung auf dem Grundstück muss den jeweiligen Geländegegebenheiten und Baugrundvoraussetzungen angepasst werden.
Anhand der beigefügten Skizze und Fotos wollen wir einige Möglichkeiten aufzeigen:

  1. Einbau von Entwässerungsrinnen bzw. Entwässerungsmulden an der Grundstücksgrenze (Hofeinfahrt – siehe Foto 1 und 2) mit Ableitung in eine Versickerung im Grundstück mittels Sickeranlage, über die belebte Bodenzone (Rasenmulde) oder alternativ Anschluss an die Regenwasser- oder Teilortskanalisation

    Einbau von Entwässerungsrinnen bzw. Entwässerungsmulden an der Grundstücksgrenze (Hofeinfahrt – siehe Foto 1 und 2) mit Ableitung in eine Versickerung im Grundstück mittels Sickeranlage, über die belebte Bodenzone (Rasenmulde) oder alternativ Anschluss an die Regenwasser- oder Teilortskanalisation Einbau von Entwässerungsrinnen bzw. Entwässerungsmulden an der Grundstücksgrenze (Hofeinfahrt – siehe Foto 1 und 2) mit Ableitung in eine Versickerung im Grundstück mittels Sickeranlage, über die belebte Bodenzone (Rasenmulde) oder alternativ Anschluss an die Regenwasser- oder Teilortskanalisation

  2. Einbau einer befahrbaren Versickerungsrinne an der Grundstücksgrenze – hier entfällt ein Sickerschacht, die Aufnahmefähigkeit ist jedoch nur auf eine bestimmte Flächengröße begrenzt (siehe Foto 3 – ein Muster ist bei der Fa. Köbig/ Brauna zu besichtigen oder auch hier beim Hersteller direkt)

    Einbau einer befahrbaren Versickerungsrinne an der Grundstücksgrenze – hier entfällt ein Sickerschacht, die Aufnahmefähigkeit ist jedoch nur auf eine bestimmte Flächengröße begrenzt (siehe Foto 3 – ein Muster ist bei der Fa. Köbig/ Brauna zu besichtigen)

  3. versiegelte Flächen minimieren (z. B. durch Fahrspuren) und durch Entsiegelung Grünflächen schaffen, auf denen Oberflächenwasser versickern kann
  4. Gefälleverhältnisse von versiegelten Flächen ändern (nur bei Neuanlage möglich) und Ableitung des Oberflächenwassers auf Grünflächen

    Gefälleverhältnisse von versiegelten Flächen ändern (nur bei Neuanlage möglich) und Ableitung des Oberflächenwassers auf Grünflächen

  5. bei Neuversiegelung sollten versickerungsfähige Materialien eingesetzt werden (z.B. Ökopflaster ist versickerungsfähiger als Kleinpflaster und Kleinpflaster ist versickerungsfähiger als Betonsteinpflaster)
  6. Wasser aus Dachrinnen mittels Sickerschacht, Rigole oder über Mulde im Grundstück versickern

Bei allen Überlegungen, wie das Oberflächenwasser ordnungsgemäß abgeleitet werden kann, sollte vom Grundsatz ausgegangen werden, das Wasser dort zu versickern, wo es anfällt. Nur in Fällen, in denen keine Versickerung möglich ist, kann die Einleitung in die
Regenwasser- oder Teilortskanalisation (dezentrale Erschließung) gewählt werden, die jedoch kostenpflichtig ist. Zu beachten ist, dass die Einleitung von Regenwasser in die Schmutzwasserkanalisation nicht zulässig ist.

Wir bitten alle betroffenen Grundstückseigentümer mit unserer Unterstützung nach Möglichkeiten zu suchen, um Schäden bei Starkregenereignisse gering zu halten. Bitte sprechen Sie die Mitarbeiter des AZV Königsbrück an.

H. Driesnack                              L. Mögel
Vorsitzender                              Geschäftsstellenleiter
AZV Königsbrück                       AZV Königsbrück

Veröffentlichung der Abwassersatzung des AZV Königsbrück

Nach der Gründung des Abwasserzweckverbandes Königsbrück im Jahre 1991 wurden folgende Satzungen erarbeitet und veröffentlicht:

  • Satzung über die öffentliche Abwasserbeseitigung (beinhaltet technische Regelungen)
  • Beitrags- und Gebührensatzung
  • Satzung zur Entsorgung von Kleinkläranlagen und abflusslosen Gruben

Nachdem zu jeder Satzung im Laufe der Jahre mehrere Änderungssatzungen beschlossen worden, ist eine Neufassung dieser Satzungen aus Gründen der Übersichtlichkeit unumgänglich.
Im Zuge dieser notwendigen Neufassung entschied sich die Verbandsversammlung die einzelnen Satzungen in nur einer Satzung zusammen zu fassen. Mit dieser Umsetzung sollte eine bessere Übersichtlichkeit der einzelnen Themenbereiche erzielt werden. Wir hoffen somit ein Stück „Bürgerfreundlichkeit“ umzusetzen.



Neben der Anpassung inhaltlicher Regelungen gerade im Bereich der dezentralen Entsorgung (Regelung zu biologischen Kleinkläranlagen) sind die Erfahrungen der bisherigen Verbandsarbeit eingeflossen.
Diese neu gefasste Satzung wurde größtenteils von der Mustersatzung des Sächs. Städte- und Gemeindetages abgeleitet, die einer rechtlichen Prüfung unterliegt.
Die Ausfertigung der Satzung wurde bewusst als geheftete Einlage zum amtlichen Teil des Stadtanzeigers erstellt.
Wir empfehlen allen Grundstückseigentümern und interessierten Bürgern diese Satzungsbeilage dem Königsbrücker Stadtanzeiger zu entnehmen und in den eigenen Unterlagen (Grundstückakten) abzulegen.

Bei Fragen zu einzelnen Satzungsregelungen stehen die Mitarbeiter der Geschäftsstelle gern zur Verfügung.

H. Driesnack
Vorsitzender
AZV Königsbrück

L. Mögel
Geschäftsstellenleiter
AZV Königsbrück

82. Verbandsversammlung AZV Königsbrück 15.06.2016

Gefasste Beschlüsse des AZV Königsbrück:

82. Verbandsversammlung am 15.06. 2016 AZV

Beschluss-Nr. 01- 06 –16 AZV
Haushaltsplan 2016
Ja-Stimmen: 10 Nein-Stimmen: 0 Stimmenthaltungen: 0

Beschluss-Nr. 02- 06 – 16 AZV
Neufassung und Zusammenführung der Abwassersatzung, der Beitrags- und Gebührensatzung, und der Satzung über die Entsorgung von Kleinkläranlagen und abflusslosen Gruben zur Satzung über die öffentliche Abwasserbeseitigung des AZV Königsbrück
Ja-Stimmen: 7 Nein-Stimmen: 3 Stimmenthaltungen: 0

Beschluss-Nr. 03 – 06 – 16 AZV
Vergabe eines Zeitvertrages zur Durchführung von Reparaturarbeiten, kleineren Bauleistungen und Havariebeseitigungen an der Kanalisation im Verbandsgebiet des AZV Königsbrück
Ja-Stimmen: 10 Nein-Stimmen: 0 Stimmenthaltungen: 0

Beschluss-Nr. 04 – 06 – 16 AZV
Vergabe der Ausschreibung zur Bewirtschaftung der Kläranlagen und des Kanalnetzes des AZV Königsbrück
Ja-Stimmen: 10 Nein-Stimmen: 0 Stimmenthaltungen: 0

Beschluss-Nr. 05 – 06 – 16 AZV
Kostenbeteiligung der Straßenbaulastträger an neu zu errichtenden Verbandskanälen
Weitere Vorgehensweise zum 2. Bauabschnitt der Kanalbaumaßnahme auf der Weißbacher Straße im OT Schmorkau der Gemeinde Neukirch
Ja-Stimmen: 10 Nein-Stimmen: 0 Stimmenthaltungen: 0

Die Beschlüsse liegen zur Einsichtnahme in den Geschäftsräumen des AZV Königsbrück zu den bekannten Öffnungszeiten aus.

Lars Mögel, Geschäftsstellenleiter AZV Königsbrück

Hinweis auf Sitzungstermin des AZV Königsbrück

Die 82. Verbandsversammlung des AZV Königsbrück, findet am Mittwoch, den 15. Juni 2016 um 18:00 Uhr auf dem Gelände der Kläranlage Königsbrück, Hoyerswerdaer Straße 115, statt.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind dazu recht herzlich eingeladen.
Die Tagesordnung entnehmen Sie bitte aus den Bekanntmachungstafeln.

H. Driesnack, Vorsitzender AZV Königsbrück

Überprüfung der Vakuumschächte im Ortsteil Gräfenhain

So wie in den vergangenen Jahren, wird auch in diesem Jahr wieder die jährliche Überprüfung und Wartung der Vakuumhausanschlussschächte im Ortsteil Gräfenhain vorgenommen.

Diese erfolgt in der Zeit von Dienstag, den 17.05.2016 bis Freitag, den 20.05.2016 jeweils zwischen 7.30 Uhr – 16.00 Uhr.

Wir bitten alle angeschlossenen Grundstückseigentümer, den Zutritt zu den Schächten im Grundstück zu gewähren.

Lars Mögel
Geschäftsstellenleiter
AZV Königsbrück