Ereignisse in Königsbrück um 1945

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(Nach Erzählungen älterer Bürger von Königsbrück)

 

 

 

20.4. Freitag
- 18.30 Uhr Panzeralarm
- Truppen der Deutschen Wehrmacht fliehen
- sowjetische Truppen nähern sich der Stadt

Bevölkerung sucht Schutz in den nahen Steinbrüchen und in den Kellern des Institutes. Der Widerstand war unbedeutend. Die sinnlosen Kampfhandlungen forderten das Leben von 12 Wehrmachtangehörigen und Volkssturmmännern.

- Treffer in der Stadtrandsiedlung und Weißbacher Str. 14 Häuser abgebrannt

- Russen marschieren südlich der Stadt in Richtung Höckendorf-Lomnitz und in Richtung Radeberg

20/21.4 Durchmarsch sowjetischer Truppen in Richtung Großenhain/Dresden
- tiefgestaffelte Panzersperren sollen die Zugänge der Stadt versperren
- 21.4. Nacht - Flüchtlingsstrom versiegt, die Stadt liegt in unheimlicher Stille
- am Ostausgang der Stadt standen 3 Posten, Angriff von Osten und Norden her
- Panzerspähwagen patrouillieren durch die Stadt

Bevölkerung ohne Führung auf sich selbst angewiesen

- Bäckermeister Hoyer bäckt Brot - Abgabe auf die Haushaltskarte
- Fleischermeister Leißner gibt Fleisch aus (kein Strom) elektrische Kühlanlage fällt aus
- Bevölkerung holt sich aus dem Proviantamt und dem Lebensmittellager in der Kaserne Lebensmittel und Fleischbüchsen
- Wasserversorgung fällt aus (Dank Wassermeister Kühne nur 1 Tag)
- Rathaus- und Kirchenuhr stellen ihre Dienste ein, kein Radio

24.4. 10.00 Uhr provisorische Stadtverwaltung (Albert Jacob und Paul Peller)
- Depot im Neuen Lager für Ernährung gesichert
- Erneute Kampfhandlungen auf dem Furtweg
- russische Truppen: Neues Lager blieb in ihrem Besitz, jedoch zog sich der Rest der Armee am 24.4. in Richtung Schmorkau zurück
25. 4. Spitzen von SS-Ableitungen kommen schlecht ausgerüstet (fast keine Waffen) von Dresden

- Russe sitzt im Neuen Lager am Nordrand der Stadt auch mit schwachen Kräften

7.5. im Gebäude Topfmarkt 5 vorübergehende Unterbringung der sowjetischen Kommandantur

- Einsetzung des kommissarischen Bezirksbürgermeisters

- Amtsgerichtsbezirk U5 gebildet: Grenzbezirk TÜP, Königsbrück, Stenz, Gräfenhain, Reichenau, Reichenbach, Niederlichtenau, Oberlichtenau, Koitzsch, Glauschnitz, Großnaundorf, Mittelbach, Neukirch, Schwepnitz, Gottschdorf, Grüngräbchen, Röhrsdorf, Steinborn, Bohra, Laußnitz, Weißbach, Schmorkau, Naundorf, Höckendorf, Wittichenau, Cosel
- Rathaus, Amtsgericht, Post, Bahn von der Roten Armee besetzt

Einsetzung der zivilen Verwaltung durch den 1.Kommandanten, Major Andrejew und politischen Oberleutnant Kussnezow

Zusammengetragen von Ute Steckel 1998