Wissenswertes über die Kamelien in Königsbrück

KamelieKamelien (Camèllia japònica) auch als Chinarose bezeichnet, galten als eine wertvolle Entdeckung des ganzen 18. Jahrhunderts.

Kamelien gehören zur Gattung des Teestrauchgewächse und sind mit rund 80 Arten in Südost- bis Ostasien, einschließlich Indonesiens und der Philippinen beheimatet.

Immergrüne Sträucher oder kleine Bäume mit glänzenden, ledrigen Blättern und meist großen Blüten sowie holzigen Kapselfrüchten sind die wesentlichen Merkmale.

In zahlreichen Sorten wird die Chinarose als Zierpflanze kultiviert, ein in den Wäldern Japans, Koreas und Taiwans beheimateter Strauch oder bis 15 m hoher Baum.
Carl von Linnè gab den Neuankömmlingen den Gattungsnamen.

Carl von Linnè, Arzt und Naturforscher, geboren: 23. 05. 1707 in Rashult (Smàland, Schweden) gestorben: 10. 01. 1778 in Uppsala
Sein Lebenswerk ist die Schaffung der binären Nomenklatur, mit der er für jedes Lebewesen lateinische Gattungs- und Artnamen als international verständliche Bezeichnung einführte.
Das von ihm aufgestellte Linnè' sche System des Pflanzenreichs ist ein künstliches System, das durch natürliche Systeme ersetzt wurde.

Schon am 11. 12. 1897 empfahl der Königsbrücker Schloßgärtner R. Hoffmann in der Westlausitzer Zeitung blühende "Camellien".
Das genaue Datum, seit wann sich die Kamelien in der Schloßgärtnerei befinden ist noch nicht bekannt. Die Verbreitung der Kamelien in Europa wird in Fachkreisen auf über 200 Jahre geschätzt.

Im Staatsarchiv Dresden befinden sich Akten, die belegen, daß in der Zeit von 1728- 46 zur Standesherrschaft der Grafen von Friesen, umfangreiche Renovierungsarbeiten am Schloßgarten und der schönen und göttlichen Orangerie, nebst dem Bau zwei neuer massiven Gewächshäusern in Königsbrück, stattgefunden haben.
1846 wird berichtet, das Kamelienhaus sei wieder hergerichtet.
1872 findet ein Dampfkesselhaus mit Blumenzuchtgebäude Erwähnung. (Glas mit eiserner Verrahmung 1/ 3 Ziegel und 2/ 3 Glas mit einem Teil hölzerner Verrahmung)

1996 befanden sich die Königsbrücker Kamelien in akuter Gefahr.
Durch Baumaßnahmen am Schloß entfiel die Wärmeversorgung des Gewächshauses. Ein Ausgraben der Pflanzen war durch die Größe und der starken Verwachsungen im Mauerwerk nicht möglich. Für die Bezahlung eines Gärtners, war kein Geld vorhanden. Eine mobile Ölheizung wurde installiert, deren Finanzierung sich zu einem Drittel der ASB und zu zwei Dritteln das Kamenzer Landratsamt teilten. Der Hausmeister des ASB schaute in der Woche nach dem Rechten und für die Wochenenden fanden sich Mitglieder des Heimatvereins.

Kamelie 2005In der Saison erfreuen sich viele Besucher (schätzungsweise weit über 10000) an der gewaltigen Blütenpracht unserer Kamelien.

Inzwischen hat sich viel getan im Königsbrücker "Kamelienhaus".
Die Heizungsanlage wurde zurückgebaut, eine automatische Beschattungsanlage installiert, das Hochbeet abgerissen und viele neue Kamelien gepflanzt.
Seit 2007 ist die Kamelienschau auch über einen behindertengerechten Zugang zu erreichen.

Jetzt stehen in Königsbrück fünfzehn 7-jährige Spalierkamelien, neun 50- und 90-jährige sowie drei über 180-jährige Stämme.
Eine Zusammenstellung dieser Art gibt es in Deutschland kein zweites Mal !

Die Zusammenstellung erfolgte durch den Heimatverein Königsbrück und Umgebung e. V. mit Hilfe folgender Quellen: Staatsarchiv Dresden, Stadtarchiv Königsbrück, Stadtbibliothek Königsbrück
200 Jahre Kamelien in Sachsen

In Sachsen gibt es 4 herausragende Kamelienstandorte mit einer über 200-jährigen Tradition in der Kamelienzucht und -pflege.

Die Standorte befinden sich in Pillnitz, Roßwein, Zuschendorf und unsere Kamelien in Königsbrück.

Anläßlich dieses Jubiläums gab die Deutsche Post im August 2004 eine Briefmarke und einen Schmuckumschlag (eine so genannte Ganzsache) mit Kamelienmotiv in einer Auflage von 200 Tausend Stück heraus.

Als Motiv wurde für den Umschlag das Königsbrücker Schloßtor gewählt
Schmuckumschlag mit Kamelien und Königsbrücker Schloßtor

Schmuckumschlag