Der Naturraum des Truppenübungsplatzes Königsbrück

koenigshoehehatte in der Elster- und Saale-Kaltzeit eine Eisbedeckung.
Sie und ihre Hinterlassenschaften sowie die nachfolgenden Pariglazialprozesse haben die Landschaft am Fuße der Mittelgebirgsschwelle geformt.
Das Granitmassiv mit seinem Grauwackenmantel bildet den geologischen Sockel des Gebietes.
Es gehört zu den ältesten Moränengebieten Deutschlands und erhält ihre Besonderheiten durch Aufragungungen von Flachkuppen der Lausitzer Grauwacke, die Aufwehung von Treibsanddecken und Binnendünen im Holozän, deren Senken und Abflußrinnen versumpft oder vermoort sind.

Heute wird die Landschaft gekennzeichnet von ausgedehnten sandig-kiesigen und sehr trockenen Platten, in die sich die Pulsnitz, der Otterbach und einige kleine Fliesgewässer eingeschnitten haben.

Besiedlung

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Folgende Ansiedlungen entstandenen im Laufe der Geschichte

karte1248 Cracowe/ Krakau - Ort eines Krak (Krähe) 478 Einw 01.4.1938
1350 Nawendorf/Naundorf neues Dorf 142 Einw. 01.12.1938
1350 Zcoch/Zochau Siedlung durch Pfahlzäune geschützt 143 Einw. 01.04.1938
1353 Sellende/Sella Ort eines Sell (grün) 120 Einw. 01.04.1938
1353 Borow/Bohra Ort im Kiefernwald 215 Einw. 01.04.1938
1363 Zeisch/Zietsch Rodungssiedlung auf dem Waldschlag 116 Einw. 01.10.1907
1392 Ranow/Rohna Ebener Ort 302 Einw. 01.04.1938
1447 Quoßdorff/Quosdorf Dorf eines Kaz 63 Einw. 01.10.1907
1493 Otter Buicz/Otterschütz Ansiedlung am Brombeerbach 198 Einw. 01.10.1907

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Historische Nutzung

- Ziegelei in Rohna
- Pechöfen in Otterschütz
- Torf wurde im 19. Jh. bei Bohra gestochen
- Grauwackeabbau: Entnahme bei Bohra, Zochau, Quosdorf, Zietsch (Ziegenberg)
- Mühlen: in Rohna, Krakau und Bohra
- Wald: 1893 ließ der Standesherr zu Königsbrück sein 853 ha großes Kerngebiet kahlschlagen

kombi

Schutzwürdige Landschaftsteile

Die Königshöhe (194,5 m) bestehend aus Lausitzer Grauwacke, markiert den Beginn der Hügellandschwelle und gestattet einen umfassenden Überblick über die sich hier treffenden Naturräume.
Dünenzüge - beim ehemaligen Dorf Otterschütz gelegen, erreichen eine Höhe von 15 m und stellen seltene und eindrucksvolle Zeugen der jüngsten geologischen Entwicklung dar.
Am Triemigteich und seiner Umgebung bewahrten sich charakteristische Formen der einstigen Kulturlandschaft und entsprechenden Lebensgemeinschaften.
otterDer Tafelberg und die umgebenden moorigen und Heideböden weisen eine Fülle von bedrohten Tier- und Pflanzenarten aus.
kranichIm Bereich zwischen Otterbach und Pulsnitz haben sich Reste alter Mischwälder und ihre Initialphasen erhalten, deren Entwicklung seit Anfang des 20. Jahrhunderts spontan verläuft.

Sie stellen ein Ökosystem mit See- und Fischadler, Kranich, Fischotter, Elbebiber und andere vom Aussterben bedrohten Tierarten.