Vortrag „ Zur Waldgeschichte der Laußnitzer Heide“

Samendarre Laussnitz„ Die Laußnitzer Heide ist ein groß wohlbestanden Holz an Eichen, Rot- und Hainbuchen, Tannen, Fichten und Kiefern, auch an etlichen Orten Birken, Erlen, Linden, Aspen, Ahornen und Leinebäumen.“
aus einer Bestockungsbeschreibung von 1591

Einladung

Anlässlich der 200 Jahre zurückliegenden ersten Vermessung und Forsttaxation der Laußnitzer Heide wird in der Samendarre Laußnitz die neue Ausstellung

„ Mensch und Heide“

vorgestellt.
Zu ihrer Einführung hält der ehemalige Forstamtsleiter Eberhard Barth einen Vortrag zum Thema

„ Zur Waldgeschichte der Laußnitzer Heide“

Samendarre Laussnitz Vortrag zum Thema  „ Zur Waldgeschichte der Laußnitzer Heide“Die Veranstaltung findet am

Sonnabend, den 4. Juni 2016

im Gasthof „Laußnitzer Hof“ in Laußnitz statt.

Programmablauf:
10:00 Uhr Beginn des Vortrages
12 – 13 Uhr Mittagspause
13:30 Uhr Besuch der Ausstellung in der Samendarre, Forststraße 6a
14:30 Uhr Abschluss an der „Grünen Säule“

Wir würden uns freuen, Sie zu unserer Veranstaltung begrüßen zu können.

Zur Waldgeschichte der Laußnitzer Heide

Die Laußnitzer Heide ist ein uraltes Waldgebiet und gehörte von Anbeginn zum Kammergut Laußnitz. Durch Ankauf der Wälder um Glauschnitz und Sacka Mitte des 19. Jahrhunderts beträgt die Größe etwa 5000 ha. Bereits um 1250 wurde Heinrich der Erlauchte durch seine Jagden berühmt.
In der Holzordnung von 1591 wird die Heide noch als ein Mischwaldgebiet beschrieben:

„Die Laußnitzer Heide ist ein groß wohlbestanden Holz an Eichen, Rot- und Hainbuchen, Tannen, Fichten und Kiefern, auch an etlichen Orten Birken, Erlen, Linden, Aspen, Ahornen und Leinebäumen.“

Durch intensiven menschlichen Einfluss, wie die herrschaftliche Jagd der Wettiner und damit verbundene hohe Wildstände aus Rot- und Rehwild und deren Verbiss an Laub- und Nadelholz, durch ungeregelte hohe Holznutzung und vor allem eine sehr intensive Nutzung der Waldstreu im 18.Jahrhundert ist der Wald um 1800 stark degradiert. Laubholz ist fast nicht mehr vorhanden.
Mit dem Wirken Heinrich Cottas ab 1811 in Sachsen erfolgte eine umfangreiche Aufforstungstätigkeit, dem Zeitgeist entsprechend mit den Nadelhölzern Kiefer und Fichte, ausgerichtet auf eine nachhaltige Holznutzung. Die Waldeinteilung prägte ab 1827 ein rechteckiges System von Flügeln und Schneisen, den „Waldbau“- in Anlehnung an den Feldbau - die Saat und Pflanzung in Form großflächiger Reinbestände von Kiefer und Fichte. Für diese intensive Aufforstungstätigkeit wurden große Mengen an Nadelholzsaatgut benötigt, die in der 1822 in Laußnitz errichteten Samendarre von da ab bis 1958 erzeugt wurden. Im Ergebnis dessen wuchsen die Holzvorräte der Laußnitzer Heide bis 1900 auf etwa 200 Vfm/ha.
In den achtziger Jahren entstanden durch industrielle Abgase und andere Immissionen großflächige Waldschäden vor allem auch im Erzgebirge, die zu einem Umdenken hin zu einer naturnäheren Waldbewirtschaftung führten. Auch die stärkere Urbanisierung der Gesellschaft führt zu steigenden Ansprüchen des Menschen an den Wald – eine multifunktionale Forstwirtschaft ist somit ein Erfordernis unserer Zeit.
Seit dem Jahre 2000 beherbergt die Samendarre eine museale Einrichtung, die in einer neuen Ausstellung den Einfluss des Menschen auf das Waldbild der Laussnitzer Heide zum Hauptinhalt hat. Sie wird mit einem Einführungsvortrag am 4. Juni 2016 (s. Aushänge) der Öffentlichkeit vorgestellt.

Eberhard Barth