Löwen-Apotheke

Löwen-Apotheke am MarktSeit etwa 1668 wird in einer Urkunde das "Privileg der Löwen-Apotheke für den Herrschaftsbereich Königsbrück benannt.

Weihnachten 1690 verlieh der damalige Standesherr von Königsbrück Maximilian Freiherr von Schellendorff dem Apotheker Gottfried Nicolai das Privileg für die, von diesem, in Königsbrück an der Ostseite des Marktes errichtete Apotheke.
Dieses bildet heute noch die Rechtsgrundlage für das Realrecht der Königsbrücker Apotheke.

1760 am 4. Dezember wird die Apotheke bei dem großen Stadtbrand mit zerstört.

1761 entstand darauf die ganze Front der Marktseite in der ansprechenden Gleichheit. Das Wahrzeichen bzw.
Relief an der Apotheke zeigt einen vergoldeten Löwen, der eine Kartusche hält, seitlich davon ein Palmenzweig. Auf der Kartusche ist ein Äshuläpstab mit Schlange zu sehen. Seit wann die Bezeichnung Löwen-Apotheke aufgekommen ist, ist nicht festzustellen, vermutlich mit dem Neubau 1761.

1841 Im Wochenblatt für Königsbrück und Umgebung vom 5. Juni 1841 findet man eine Anzeige, daß in der Apotheke auch homöopathische Mittel angefertigt werden.

Markt Nordseite 19061904 Der Apotheker Friedrich Wilhelm Fürchtegott Ermel, ein Kind unserer Stadt, erwarb die Apotheke.

1926 wurde das Haus aufgestockt und das ganze Erdgeschoß, sowie das Hintergebäude ausschließlich der Apotheke vorbehalten.

1935 wurde ein Verbindungsgebäude zwischen Vorder- u. Hinterhaus geschaffen, in dem ein Teil des immer größer gewordenen Spezialitätenlagers untergebracht wurde, ferner ein ausschließlich der Homöopathie und Biochemie vorbehaltener Raum.
Das Laboratorium wurde mit modernen Arbeitsgeräten und Apparaturen versehen.

1945 Während der Kämpfe um Königsbrück erhielt die Apotheke einen Granattreffer und erlitt auch an Inventar und Waren aller Art große Verluste.Die Schäden an Dach, Schornstein, Boden und Mauerwerk im 2. Stock wurden mit Hilfe der Stadt schnell beseitigt, ebenso wurden die elektrische Anlagen und das Telefon wieder in Gang gesetzt. Schwieriger Apotheke - Gewölbe nach der Rekonstruktionwar die Warenbeschaffung, da die Züge noch nicht wieder fuhren und Großhandelsfirmen zum Teil ausgebrannt waren.

1945 Am 13. Dezember erloschen in Sachsen die Apothekenbetriebsrechte (=Privilegien), die privilegierten Apotheken zu Landesapotheken erklärt und als Pachtapotheken vergeben.

1952 Der Apotheker Ermel stirbt, er hat Apotheke unter schwierigen Bedingungen zu beachtlicher Leistungsfähigkeit gebracht, Friedrich Oswald Armin Ermel wird neuer Pächter

1959 erfolgte die Umwandlung der staatlich verpachteten Löwenapotheke in eine staatliche Apotheke. Der Verkauf von Drogeriewaren wurde eingeschränkt, der Anteil industriell hergestellter Arzneifertigwaren stieg an und wurde Hauptteil des Umsatzes.

1976 übernahm Apothekerin F. Findeisen die Apotheke

1992 erfolgte die Sanierung und Modernisierung der Apotheke unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes.

zusammengetragen Stadtarchiv 1998