Die Geschichte der Hospitalkirche

HospitalDie Kirche war anfangs nur eine Kapelle, welche den Namen zum Heiligen Georg geführt haben soll. Sie diente als Begräbniskirche, da der "Heilige Georg" auch als Patron der Grüfte galt.

1538 wird die von Burggrafen Christoph von Dohna erbaute Kirche erwähnt

1561 vermutlich mit einem Turm ergänzt

1578/Hospitalkirche79 wurde die Friedhofskirche als kleine Begräbniskirche erbaut. Sie diente auch vorübergehend als Predigtkirche. Da zu dieser Zeit der Standesherr recht knapp bei Kasse war, wurde vorläufig auf das Anbringen von Glocken verzichtet. Diese sind bis zum heutigen Tage auch nicht angeschafft und eingesetzt worden.

1630 ließ Christoph von Schellendorff ein Hospital erbauen.
Es galt bis zu seinem Abbruch 1974 als ältestes erhaltenes Krankenhaus Deutschlands.

Über dem vorderen Tor saß eine seitlich mit Voluten abgeschlossene Sandsteintafel.
Oben seitlich die Wappen der Freiherren von Schellendorf und des Burggrafen zu Dohna.
Folgender Text stand auf der Tafel:

Der/ Wohlgeborene / Herr / Herr Christoff Frey-/ Herr von Schellendorf /Herr
zve Königsbrvck auf Saatz / Kuhna vnd Halbaw / Pfanndes Herr der der Herrschaft Klitsch-/
Dorff vnd Lübschaw / Röm: Kay: Maytt: Hoff Cammer Rath /
hatt dieses Hospital avferbawen / lasser im Jahre Christi 1630.

Angefertigt wurde die Tafel von Emil Schmidt.
Ein Hospital muß jedoch schon vor 1583 bestanden haben.
Laut Testament des Großvaters vom Standesherren Christoph von Schellendorff, vermachte dieser dem Hospital und der Kirche jährlich 50 Goldgulden.

Hospitalkirche Schiff1682 wurde die Friedhofskirche bedeutend erweitert.

1728 gründliche Erneuerung der Hospitalkirche von Heinrich Friedrich Reichsgrafen von Friesen. Sie erhielt unter anderem einen neuen Dachstuhl.

1752 wurde der Turm wegen Baufälligkeit abgetragen

Im Jahre 1756 wird ein neuer Turm an der Hospitalkirche gebaut, und die Kirche dabei um etliche Ellen verlängert. Der Freiherr ließ es sich nicht nehmen, am Tag seiner Erbhuldigung, am 30. August den Grundstein selbst zu legen.

Im Jahre 1760 wurde der Turm der Hospitalkirche vollendet. Auf der Wetterfahne in Drachenmaulform sind die Initialen „J.F.E.B.v.F" (= Johann Friedrich Ernst Baron von Friesen) und die Jahreszahl 1760 zu lesen.

1819 Graf Hohenthal schenkte ihr eine kleine Orgel

Hospitalkirche Altar1820 wurde der damals mit Blech beschlagene Kirchturm der Hospitalkirche um 2 Ellen erhöht.

1847 nach dem verheerenden Stadtbrand am 28./29. März wurde im Hospital eine Garküche und das Notgefängnis untergebracht.

1889 Erneuerung des Hospitalkirchturmes. Gleichzeitig beseitigte man die alten Leichengedenkkästen aus der Kirche.

1905 -1 906 wird die Friedhofskapelle vom Architekten Oskar Menzel aus Dresden an die Ostseite der Hospitalkirche angebaut.

1938 wird die Kirche baupolizeilich gesperrt – es erfolgt eine gründliche Rekonstruktion.
1974 Abriß des Hospitals (auch Pesthaus genannt)

1992 am 11. Juli wird auf dem Hospitalfriedhof für den Heimatchronisten Adolf Michael, ein Gedenkstein übergeben.

1992/93 begannen umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Hospitalkirche, wie Neudeckung des Kirchturmes, Renovierung des Kirchenschiffes und Erneuerung des Außenputzes

1994 zum Totensonntag wird die „Hospitalkirche" in ihrer ursprünglichen Funktion als Begräbniskirche, nach einer kurzen Andacht, wieder eröffnet.

1995 am 07. Mai wird auf dem Hospitalfriedhof, zum Gedenken an den 1945 im Dienst erschossenen Totenbettmeister Wolf, eine Gedenktafel enthüllt.

Stadtarchiv Königsbrück, zusammengetragen 2011